Im Auge des Adlers: Eisbären Berlin
Erstellt von compoundbow83 am 31.03.2025 18:57:25 Uhr | Kategorie Adler Mannheim

Maximal sieben Spiele. Bis zu siebenmal derselbe Gegner, derselbe Gegenspieler. Die Playoffs sind laut, intensiv, fordernd, heben alles auf ein höheres Niveau. Unser Viertelfinale gegen den EHC Red Bull München hat in sechs Spielen all das bereits unter Beweis gestellt. Im Habfinale wartet nun niemand Geringeres als der amtierende Meister. Wir haben uns die Eisbären Berlin genauer angesehen. Im Auge des Adlers.


Form: Fünf Spiele benötigten die Eisbären für ihre vier Siege im Viertelfinale gegen Straubing. Auch wenn es in der einen oder anderen Partie zwischen Berlin und den Tigers mal enger zuging, setzte sich das Team von Cheftrainer Serge Aubin am Ende souverän gegen die Niederbayern durch. Ganz im Stil einer Spitzenmannschaft eben. Dabei glänzten die Eisbären an beiden Enden des Eises. Die Offensive besticht mit einer Trefferquote von 14,75 Prozent, die Defensive überzeugt mit 95,43 Prozent gehaltener Schüsse.


Überzahl: 14-mal bekamen die Eisbären in der Serie gegen Straubing die Chance im Powerplay, dreimal zappelte der Puck im Netz – eine Erfolgsquote von 21,43 Prozent, die solide, aber nicht überragend ist. Eigentlich verwunderlich, denn die Chancenverwertung ist prinzipiell eine der Stärken der Eisbären.


Unterzahl: Den drei eigenen Treffern in Überzahl stehen vier Gegentore in Unterzahl gegenüber. Insgesamt mussten die Eisbären 20 Situation in numerischer Unterlegenheit überstehen, was 16-mal gelang und einer Quote von 80 Prozent entspricht. Allerdings erzielten die Eisbären schon zwei Treffer bei eigener Unterzahl.


Topperformer: Muss man sich auf einen Kandidaten festlegen, ist das sehr sicher Ty Ronning. Aktuell hat der 27-Jährige 81 Punkte in dieser Saison gesammelt, verbuchte in jedem der jüngsten 19 Begegnungen mindestens einen Zähler, feierte im fünften Spiel gegen Straubing einen Hattrick und strahlt einfach immer Offensivgefahr aus.


Torhüter: In der Hauptrunde waren beide Schlussmänner nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Nicht selten entschieden die Eisbären die Spiele aufgrund ihrer gnadenlosen Offensive für sich. In den Playoffs hat nun aber der eigentliche Backup Jonas Stettmer Jake Hildebrand den Rang abgelaufen und mit einer sehr starken Quote von 95,4 Prozent gehaltener Schüsse großen Anteil am Einzug ins Halbfinale. Nur ein einziges Mal kassierte Stettmer im Viertelfinale mehr als zwei Treffer, sein Gegentorschnitt von 1,68 unterstreicht diese Performance eindrucksvoll.


Faustpfand: Die Eisbären sind der amtierende Meister, haben eine fest verankerte Philosophie und Spielweise. Das Team ist gut aufeinander abgestimmt, hat eine klare Rollenverteilung, einen eingeschworenen und eingespielten Kern und mit Ronning, Leo Pföderl (Spieler des Jahres), Liam Kirk, Gabriel Fontaine, Marcel Noebels, Frederik Tiffels und Yannick Veilleux drei ausgesprochen torgefährliche Offensivreihen. Zudem steht wohl der zuletzt verletzt fehlende Blaine Byron wieder zur Verfügung. Niemand lässt sich von temporären Rückschlägen jeglicher Art aus der Ruhe bringen. Das Selbstvertrauen ist groß, um nicht zu sagen riesig.


Achillesferse: Auch wenn die Zahlen stark sind, ist die Defensive nicht immer so sattelfest wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Straubing brachte es in den fünf Begegnungen auf satte 325 Schüsse. Zum Vergleich: Köln, Bremerhaven und Nürnberg kamen jeweils in ihren sechs Spielen nicht einmal an die 300er-Marke heran. Gleichzeitig war aber, wie bereits geschrieben, in den allermeisten Fällen bei Schlussmann Stettmer Endstation.


Historie: Aus Sicht der Adler extrem schmerzhaft, gewannen die Eisbären nach 2002 jede Playoff-Serie gegen Mannheim. Im vergangenen Jahr setzten sich die Eisbären im Viertelfinale in fünf Spielen gegen unsere Adler durch. Knapp war es davor 2022, als Berlin in der aufgrund von Corona auf „Best-of-Five“ verkürzten Halbfinalserie mit 3:2 Sieger blieb. Neben diesen beiden genannten Serien trafen die beiden Kontrahenten in einem Viertel- (2017) und einem Halbfinale (2009) sowie zwei Finals (2005 und 2012) aufeinander. In der abgelaufenen Hauptrunde gingen alle vier Vergleiche an die Berliner, zweimal ergatterten die Adler aber zumindest einen Zähler. 


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Quelle: www.adler-mannheim.de